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Theater-AG 25 Jahre unter der Leitung von B. Blaes 

Die Rheinpfalz: Leserbrief v. Alexander Ninnig, 9. Mai 2009

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THEMA: THEATER-AG in BAD BERGZABERN

„In der Theater-AG Mensch geworden"


Zu unserem Bericht über Berthold Blaes vom 23. April anlässlich seines
25. Jubiläums als Leiter der Theater-AG am Bad Bergzaberner Gymnasium im Alfred-Grosser-Schulzentrum.


Der wahre Wert der Theater-AG misst sich für mich an dem positiven Einfluss auf die Persönlichkeitsbildung der Schüler. Nach meiner persönlichen Erfahrung wurde in keinem Unterrichtsfach so sehr auf Hochdeutsch und eine fehlerfreie Aussprache geachtet, wie in der Theater-AG.


Die zu spielenden Texte wurden nicht nur interpretiert, sondern auch emotional durchlebt, was ein Literaturverständnis erzeugte, durch das mir Klassiker nicht verstaubt, sondern zeitlos oder modern erschienen. Bis auf wenige Ausnahmen erinnere ich mich an den Unterrichtsinhalt als Reproduktion und Rezension anderer Texte und Gedanken, wirkliche Kreativität, an der ich auch selbst Anteil hatte, erlebte ich im Wesentlichen in der AG.


Außerdem bestimmte kein Notenzwang unsere Arbeit, sondern ein selbst gestecktes Ziel; viele der notwendigen Arbeiten hinter der Bühne wurden und werden selbstständig von Schülern übernommen. Dieses Ziel (und somit die eigene Leistung) wurde selbstkritisch hinterfragt, wiederum im Gegensatz zu der (mitunter willkürlich empfundenen) Bewertung durch andere in Form von Noten. Bei jedem neuen Stück versetzten wir uns in uns teilweise völlig fremde Persönlichkeiten, die wir zwangsläufig verstehen lernen mussten und von denen wir zu unserem Erstaunen immer wieder Teile in uns selbst entdeckten.


Um diese Rollen zu entwickeln, mussten wir diese von uns abgrenzen, doch dazu mussten wir unsere eigene Persönlichkeit zuerst überhaupt erkennen. All dies geschah in einer Gruppe, in der Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen miteinander umzugehen lernten. Toleranz, Sozialverhalten, Persönlichkeitsentwicklung - gerade diese Aspekte vermisste ich im regulären Unterricht oft, vor allem da nicht selten gerade das Gegenteil (Konkurrenzdenken und Anpassung) sowohl von Lehrer- als auch von Schülerseite bestimmend war.


Was ich aus der Arbeit in der Theater-AG mitnahm war kein er- oder gar auswendig gelerntes, sondern ein erlebtes Wissen, das verinnerlicht und daher nicht vergessen wurde. Daher ist es mein Wunsch, dass Schüler und Eltern, aber auch die Schulen selbst AGs nicht als Beiwerk oder Anhängsel der Schulbildung betrachten, sondern deren Wert bei der Persönlichkeitsentwicklung zu schätzen wissen. (...) Im Unterricht wurde mir Wissen vermittelt, in der Theater-AG bin ich Mensch geworden.
                                                                                                  Alexander Ninnig, Mannheim

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