Leonce und Lena
- Der Inhalt -

Märchen oder Satire?

Eine Handlung wie aus dem Märchen: Prinz Leonce, der Sohn des Königs Peter aus dem Reiche Popo, flieht aus Überdruss und Langeweile über seine Umgebung und um seiner geplanten Hochzeit zu entgehen, mit seinem Kompagnon Valerio in Richtung Süden und trifft dort auf die Prinzessin Lena mit ihrer Gouvernante. Die Prinzessin aus dem Reiche Pipi hat ebenfalls ihr Land verlassen, weil sie nicht in eine Heirat aus Staatsraison mit dem ihr unbekannten Prinzen Leonce einwilligen kann. Sie verlieben sich dort aber ineinander und Leonce möchte die Unbekannte heiraten. Valerio will dies arrangieren, wenn er zum Lohn Minister wird.

Die abwertenden Namen der Königreiche, in denen die Menschen zu lächerlichen Marionetten degeneriert sind, verweisen bereits auf den sozialkritischen Hintergrund der Handlung:

              “Die politischen Verhältnisse könnten mich
                rasend machen. Das arme Volk schleppt
                geduldig den Karren, worauf die Fürsten und
                Liberalen ihre Affenkomödie spielen. Könnte ein
                ehrlicher Mann überhaupt Minister sein oder
                bleiben, so wäre er, wie die Sachen stehn in
                Deutschland, nur eine
Drahtpuppe, an der die
                fürstliche Puppe zieht, und an der fürstlichen
                Puppe zieht wider ein Kammerdiener, oder ein
                Kutscher oder eine Frau, oder alle  zusammen
.”

- Worte Büchners, die - obwohl 1833 geschrieben -  in unserer gleichgeschalteten und gleichschaltenden  Konsumwelt heute mehr denn je Aktualität besitzen - man braucht den Begriff ‘Fürsten’ nur durch andere Machtinstanzen zu ersetzen.

Leonce und Lena versuchen aus jenen gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen auszubrechen, in denen sie für einander und vor allem für ihre spätere Funktion bestimmt worden sind. Den gesellschaftlichen Zwängen, der Notwendigkeit zu funktionieren und der Langeweile versuchen die beiden sich durch ihre Flucht nach Italien zu entziehen, durch “Aussteigen” also. Sie haben keine wirkliche Chance, dem Schicksal, ihrer geschichtlichen Determiniertheit zu entkommen, frei zu bleiben und nicht ebenso zu austauschbaren Marionetten zu werden wie alle anderen.

Endet das Stück als Märchen oder als Satire?...

Büchner / Leonce

Die Rollen

König Peter

Der Hofstaat

Die Flucht / Italien

Die Hochzeit

Der Inhalt

Die Presse