Leonce und Lena
- Die Flucht / Italien -

Leonce:  Valerio, wir
              müssen was treiben...
Valerio:...So wollen wir Helden
              werden.

Valerio (Alex Bach) heckt für Prinz Leonce neue Pläne  aus...

“Auf Lazzarino, nach Italien!” - Valerio (Alex Bach) weckt - leider berechnend - in Leonce Träume und Sehnsüchte von natürlichem Leben und individueller Freiheit, um sie am Ende doch scheitern und in Unfreiheit bzw. in gesellschaftlichen Zwängen enden zu lassen...

Lena: Das ist es. Ich dachte die
          ganze Zeit an nichts. Es ging
          so hin, und auf einmal
          richtet sich der Tag vor mir
          auf. Ich habe den Kranz im
          Haar.- Sieh, ich wollte der
          Rasen wüchse so über
          mich...O Gott, ich könnte
          lieben, warum nicht? Man
          geht ja so einsam und tastet
          nach einer Hand, die einen
          hielte...

Valerio:        Es ist eine schöne Sache um die Natur, sie wäre aber doch noch schöner, wenn es keine Schaken gäbe, die Wirtsbetten etwas reinlicher wären und die Totenuhren nicht so in den Wänden pickten. Drin schnarchen die Menschen und draußen quaken die Frösche, drin pfeifen die Hausgrillen und draußen die Feldgrillen. Lieber Rasen, dies ist ein rasender Entschluss...

Prinz Leonce (Boris Becker) und Prinzessin Lena (Daria Stehl)

Lena:     Ist denn der Weg so lang?
Leonce: Oh, jeder Weg ist lang. Das Picken der
             Totenuhr in unserer Brust ist langsam.
             Für müde Füße ist jeder Weg zu lang.
Lena:    Und müden Augen jedes Licht zu scharf,
             und müden Lippen jeder Hauch zu schwer
             und müden Ohren jedes Wort zuviel
Leonce: Oh Nacht, balsamisch wie die erste, die
             auf das Paradies herabsank.
Lena:    Die Nacht schläft tiefer, ihre Wange wird
             bleicher und ihr Atem stiller. Der Mond ist
             wie ein schlafendes Kind, die goldnen
             Locken sind ihm im Schlaf über das liebe
             Gesicht heruntergefallen. - Sein Schlaf ist
             der Tod...
Leonce: Steh auf in deinem weißen Kleid und
             wandle hinter der Leiche durch die Nacht.
Lena:      Wer spricht da?
Leonce:  Ein Traum
Lena:     Träume sind selig.
Leonce:  So träume dich selig und lass mich dein
              seliger Traum sein.
Lena:     Der Tod ist der seligste Traum.
Leonce: So lass mich dein Todesengel sein:
Lena:     Nein, lass mich...
Leonce: Zu viel! Zu viel! Mein ganzes Sein ist in
              dem einen Augenblick. Jetzt stirb! Mehr
              ist unmöglich.

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