Buntes
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Von der Schul-AG zum Pfalztheater Kaiserslautern

BAD BERGZABERN: 19-jähriger Abiturient spielt beim Stück
“Die Helden von Bern” mit


Morgen ist Premiere. Dann steht Nicholas Wood als König Kreon auf der Bühne - die Hauptrolle in dem griechischen Drama “Antigone”. Schwerer Stoff, Generationen von Schülern haben diesen Teil des Deutschunterrichts nicht in freudiger Erinnerung. Beim 19-jährigen Wood, der gerade das schriftliche Abitur am Bad Bergzaberner Gymnasium hinter sich gebracht hat, ist das ganz anders: Ihm gefällt “jede Rolle, die eine Herausforderung ist, wenn man arbeiten muss, damit sie authentisch wirkt”. Eine ganz andere Herausforde- rung erwartet ihn nach seinen letzten Aufführungen mit der Theater-AG der kooperativen Gesamtschule Bad Bergzabern: Sein erstes richtiges Engage- ment, mit einem Stoff, aus dem die Träume sind - in gewisser Art auch die seinen: Im Mai ist Premiere des Pfalztheaters Kaiserslautern mit dem Stück “Die Helden von Bern”, bei dem Nicholas Wood einen kleinen Sprechpart hat. Immerhin.


Entdeckt hat ihn der Direktor des Pfalztheaters, erinnert sich Wood. In 2003 hat die Bad Bergzaberner Theater-AG den “Menschenfeind” von Molière bei den Schultheatertagen in Kaiserslautern aufgeführt. Der Direktor habe sich das Stück angesehen “und hat mich danach angesprochen, es gibt da ein Projekt und ob ich da mitspielen will”. Am 23. März beginnen die Proben für das Stück, das auf Fußballidol Fritz Walter ausgelegt ist. Dann will Wood auch die Süd- pfalz verlassen und sich in Kaiserslautern eine Wohnung nehmen. Die stres- sige Fahrerei durchs Wellbachtal will er sich nicht antun. Und auch wenn es nur eine kleine Rolle sei und er eigentlich gar nicht oft auf der Bühne werde üben müssen, so werde er voraussichtlich fast täglich im Theater, bei der Truppe sein.


Nicholas Wood will sein bisheriges Hobby zum Beruf machen. Das hat er sich vorgenommen. Er will versuchen, an einer staatlichen Schauspielschule einen Studienplatz zu bekommen. Wenn es bei den großen Schulen wie Berlin, Essen oder Wien klappen würde, wäre das toll, meint Wood, für den das Textlernen “das kleinste Problem ist”. Ein paar Mal durchlesen. Dann sitzt das meiste schon. Schwierig sei es dagegen, “zu 100 Prozent in die Rolle zu schlüpfen”. Also den Charakter zu erfassen und ihn entsprechend auf der Bühne rüberzubringen, mit all den Emotionen und Eigenschaften, mit denen die Figur belegt ist.

Zum Theaterspielen kam Wood 1998, erzählt er. Seine Familie, in der diese Ader überhaupt nicht ausgeprägt sei, habe ihn ermutigt, sich bei der Theater-AG der Schule zu melden. Früh habe seine Familie erkannt, dass er Talent besitzt. Schon als Pimpf habe er in der Familie gerne geschauspielt. Im Übrigen stünden seine Eltern bei seinen Zukunftsplänen “voll hinter mir. Da habe ich richtiges Glück”. Das wird er auch in Zukunft brauchen. (rww)

Die Theater-AG um Lehrer Berthold Blaes hat mit dem griechischen Drama “Antigone” von Sophokles am morgigen Donnerstag, 20 Uhr, in der Aula des Gymnasiums Premiere. Weitere Aufführungen sind am 6., 11. und 13. März, jeweils 20 Uhr. Karten gibt es in der Schlossbuchhandlung und an der Abendkasse.

Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzer Tageblatt
Ausgabe: Nr.53
Datum: Mittwoch, den 03. März 2004

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