Leben des Galilei
- Die Inquisition -

In Rom war Galilei Gast
In einem Kardinalspalast.
Man bot ihm Schmaus und bot ihm Wein und hatt’ nur ein klein Wünschelein.

DIE INQUISITION SETZT DIE KOPERNIKANISCHE LEHRE AUF DEN INDEX. (5.MÄRZ 1616)

Barberini (Christoph Lehnert rechts ) : ”Die Sonne geht auf und unter  und kehret
                 an ihren Ort zurück. Das sagt Salomo, und was sagt Galilei?”
Galilei:      (Alex Bach) Als ich so klein war, stand ich auf einem Schiff, und ich rief:
                 Das Ufer bewegt sich fort..
Barberini:  Schlau, schlau....
Bellarmin: (Joachim Geil) Die Seeleute mögen nur Ihre Karten benutzen. Uns
                  missfallen nur Lehren, welche die Schrift falsch machen.
Galilei:
     “Wer aber das Korn zurückhält, dem wird das Volk fluchen” - Sprüche
                 Salomonis.
Barberini: “Der Weise verbirgt sein Wissen” - Sprüche Salomonis.
Galilei:     “Wo da Ochsen sind, da ist der Stall unrein. Aber viel Gewinn ist durch 
                 die Stärke des Ochsen.”
Barberini: Der seine Vernunft im Zaum hält, ist besser als der eine Stadt nimmt.”
Galilei:     “Des Geist aber gebrochen ist, dem verdorren die Gebeine. “Schreitet
                  die Wahrheit nicht laut?”
Barberini: “Kann man den Fuß setzen auf glühende Kohle, und der Fuß verdirbt
                 nicht?” - Willkommen in Rom, Freund Galilei.

Galilei: Ich glaube an die Vernunft.
Barberini: Ich halte die Vernunft für unzulänglich.
Bellarmin: Bedenken Sie, was es die Kirchenväter und so viele nach ihnen für Mühe und Nachdenken gekostet hat, in eine solche Welt (ist sie etwa nicht abscheulich?) etwas Sinn zu bringen. Bedenken Sie die Roheit derer, ...

...die ihre Bauern halbnackt über ihre Güter peitschen lassen...und die Dummheit dieser Armen, die ihnen dafür die Füsse küssen...Wir haben die Verantwortung für den Sinn solcher Vorgänge, die wir nicht begreifen können, einem höheren Wesen zugeschoben, dass dies alles einem großen Plan zufolge geschieht...

Barberini: (Christoph Lehnert rechts ): Wenn es keinen Gott gäbe, müsste man ihn erfinden...

Barberini (Christoph Lehnert rechts ) :
     “Es ist meine Maske, die mir heute ein
      wenig Freiheit gestattet. In einem
       solchen Aufzug könnte man sich
      murmeln hören: Wenn es keinen Gott
      gäbe, müsste man ihn erfinden.
      Gut, nehmen wir unsere Masken wie-
      der vor. Der arme Galilei hat keine.”

Barberini / Papst Urban VIII. während der Ankleidung:
   - Nein! Nein! Nein!
   - Schließlich ist der Mann der größte
     Physiker Italiens...Hand weg von ihm!
Der Inquisitor: Man wird praktisch bei bei
     ihm nicht weit gehen müsssen. Er ist
     ein Mann des Fleisches.

Der Papst in vollem Ornat:
   - Das Alleräußerste ist, dass
      man ihm die Instrumente
      zeigt.
Der Inquisitor: Das wird genügen,
      Eure Heiligkeit. Herr Galilei
      versteht sich auf Instrumente.

Der Inquisitor (Joachim Geil) macht dem Papst (Christoph Lehnert)  seine Verantwortung im neuen Amt klar.

Der kleine Mönch (Jasmin Büch):      Das Dekret hat 

mir Gefahren aufgedeckt, die ein allzu hemmungloses Forschen für die Menschheit in sich birgt...
Ich möchte andere Gründe als die außerordentlichen Machtmittel der Kirche nennen.
Es ist den armen Bauern in der Campagna versichert worden, dass das Auge der Gottheit auf ihnen liegt, damit sie in ihren großen oder kleinen Rollen sich bewähren können. Was würden meine Leute sagen, wenn sie von mir erführen, dass sie sich auf einem kleinen Steinklumpen befinden. Wozu ist jetzt noch solche Geduld, solches Einverständnis in ihr Elend noch gut?...
Galilei: Seelengüte! Warum ist denn nichts da? Warum ist denn die Ordnung in diesem Land nur die einer leeren Lade und die Notwendigkeit nur die, sich zu Tode zu arbeiten? Ihre Camagnabauern bezahlen die Kriege, die der Stellvertreter des milden Jesus in Spanien und Deutschland führt...Tugenden sind nicht an Elend geknüpft...

 Galilei las den Spruch ein junger
 Mönch kam zu Besuch
 War eines armen Bauern Kind
 Wollt wissen, wie man Wissen find’t.
 Wollt es wissen, wollt es wissen.

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