Bravo Girl
- Die Presse -

DIE RHEINPFALZ, 17. März 1993

Bravo für die Theater-AG

Theater-AG begeistert mit „Bravo-Girl“

Die Konfrontation mit der Glitzerwelt, die Publicity der großen Zeitschriften und den Unterschied zwischen Showgeschäft und Wirklichkeit hatte das Stück zum Inhalt, das die Theater-AG der Kooperativen Gesamtschule in der vergangenen Woche an zwei Abenden in der Aula aufführte.

Die arme Näherin Inge (Ines Höltje) schickt Fotos von sich an die größte Jugendzeitschrift “Hallo”, um zum Hallo-Girl des Jahres gewählt zu werden. Zuerst freut sie sich natürlich, als sie die Einladung zur Wahl bekommt; doch dann lernt sie die reale Welt des Showgeschäfts kennen. In der Zeitschrift stehen auf einmal Dinge über sie, die sie nie gesagt hat, zum Beispiel, dass Telefonieren ihr liebstes Hobby ist und dass sie in den Sänger King Wild verliebt ist. Als sie ihren Kolleginnen davon erzählt, glauben sie ihr zunächst kein Wort. “Es wird ja wohl stimmen, wenn es in der Zeitung steht”, sagen sie.

Wirklich gewinnt sie dann die Wahl und eine Traumreise nach Amerika. Von dieser Reise bekommt sie jedoch fast nichts mit, weil sie von einem Fototermin zum nächsten rennt, wo sie ständig nur “grinsen” muss. Nach Hause zurückgekehrt, erhält sie auch die versprochene lehrstelle bei ihrem Arbeitgeber Breitenbach-Moden nicht. Doch zum ersten Mal kommen sie und ihre Kollegen in der Fabrik sich jetzt näher und sie erkennen gemeinsam, dass die Stories in den Medien häufig nicht viel mit der Wirklichkeit zu tun haben.

Dass dieses Stück heute sehr aktuell ist und dass die Schauspielerinnen und Schauspieler es verstanden, seine Inhalte an das - meist jugendliche - Publikum weiter-zugeben, bewies der langanhaltende Applaus. Dazu trugen nicht zuletzt die moderne Musik und der Auftritt des “Sängers” bei, der gar mit seinem Motorrad auf die Bühne rollte.  (EI)

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