Yvonne, Prinzessin von Burgund
- Der Inhalt -

1. Akt

Prinz Philippe verlobt sich mit der unappetitlichen Yvonne, denn er fühlt sich durch den verheerenden Anblick dieses Mädchens in seiner Würde verletzt. Zudem will er als Freigeist nicht dem natürlichen Ekel gehorchen, den diese unangenehme Person in ihm auslöst. König lgnaz und Königin Margarethe willigen aus Furcht vor dem Skandal, mit dem Philippe ihnen droht, in die Verlobung ein.

2. Akt

Es geschieht, daß Yvonne sich in den Prinzen verliebt, Von dieser Liebe überrascht, fühlt sich der Prinz verpflichtet, darauf als Mensch und als Mann zu reagieren. Er wünscht, er könne sie seinerseits lieben.

3. Akt

Die Anwesenheit Yvonnes am Hofe verursacht sonderbare Verwirrungen. Die Verlobung des Prinzen löst Spott und Klatsch aus. Yvonnes Schweigen, Wildheit, Passivität bringen die Königsfamilie in eine schwierige Lage. Yvonnes natürliche Unzulänglichkeiten entfesseln gefährliche Ideen-Verbindungen, denn jeder findet darin so etwas wie eine Spiegelung von Unvollkommenheiten der eigenen Person und auch der anderen. Eine Epidemie ungesunden Lachens sucht den Hof heim. Der König entsinnt sich seiner alten Sünden. Die heimlich wie besessen schreibende Königin kann sich nicht mehr verbergen, kann sich nicht verhehlen, wie entsetzt sie über ihre Gedichte ist, die, so entdeckt sie, Yvonne gleichen.

Absurde Verdächtigungen kommen auf. Die Dummheit und der Unsinn greifen um sich. Jeder spürt es, auch der Prinz, doch weiß er nicht, was er tun soll. Er fühlt sich selbst hinsichtlich Yvonnes absurd. Wie könnte er sich da noch verteidigen? Er meint, einen wirksamen Gegenschlag zu tun: er umarmt öffentlich eine Hofdame und verlobt sich mit ihr, nachdem er mit Yvonne gebrochen hat. Doch ein wirklicher Bruch ist nicht möglich, er weiß, daß Yvonne immer an ihn denken und sich auf ihre Weise das Glück des jungen Paares vorstellen wird. Yvonne hat ihn in ihrer Macht. Er beschließt, sie zu töten.

4. Akt

Der König, der Kammerdiener, die Königin, der Prinz versuchen jeder auf eigene Faust, Yvonne zu töten. Doch sie direkt zu töten, übersteigt ihre Kräfte: der Akt erscheint zu dumm, zu absurd, kein formeller Grund rechtfertigt das, die Konventionen sprechen dagegen.

Die Bestialität, die Wildheit, die Dummheit und der Unsinn wachsen unaufhörlich. Auf den Rat des Kammerdieners beschließen sie, den Mord zu organisieren und zugleich den Anschein der Majestät, der Eleganz, der Uberlegenheit zu wahren. Es wird ein Mord von oben sein und nicht mehr von unten. Das Unternehmen gelingt. Die Königsfamilie kommt wieder zur Ruhe. (1)

Gombrowicz/Yvonne

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