Die Nashörner
- Der Inhalt -

    "Nashörner, wohin man sieht, Nashörner!"
     

    Stellen Sie sich vor: An einem ruhigen Sonntagvormittag stürmt ein Nashorn über den Marktplatz einer Kleinstadt, und kurz darauf ein zweites... Und stellen Sie sich vor, daß danach alle Bewohner, befallen von einer mysteriösen Krankheit, der 'Rhinozeritis', mit erstaunlicher Geschwindigkeit zu brutalen, gefühlskalten Dickhäutern werden...

    Ionescos berühmtem Stück "Die Nashörner" gelingt es, ein gängiges Phänomen zu entlarven, das schon seit jeher die Menschheit prägt - in unserer Zeit mehr denn je:
    die Anpassung, die Gleichschaltung, den Konformismus. In den "Nashörnern" - und nicht nur dort - unterzieht sich die Bevölkerung durchgehend freiwillig der Verwandlung. Einige, weil sie die rohe Kraft und Einfachheit der 'Tiere' bewundern; andere, weil sie meinen, man könne diese nur vermenschlichen, wenn man erst gelernt habe, sich in ihre Denkweise hineinzuversetzen; wieder andere können es einfach nicht ertragen, anders als die Allgemeinheit zu sein. In jedem einzelnen Fall jedoch wird die Schwäche des Individuums aufgezeigt angesichts "des plötzlichen Aufkommens einer Meinung, ihrer Ansteckungskraft, die der einer echten Epidemie nicht nachsteht" und der anschließenden Massenbewegung, der sich niemand zu entziehen vermag. "Die Leute lassen sich plötzlich von einer neuen Religion, einer Doktrin, einem Fanatismus mitreißen..." (Ionesco).

    Wie beängstigend und zerstörerisch dieses einfache Nachgeben, dieses unkritische Verhalten ist, veranschaulicht Ionescos Stück, in dem sich unsere in vielerlei Hinsicht 'vernashornte' Gesellschaft spiegelt. Die Symptome jener 'Rhinozeritis' sollten uns jedenfalls recht bekannt vorkommen...

Ionesco/Nashörner

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