Viel Lärm um nichts
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Viel Lärm um nichts (Much Ado about Nothing)

Wie in den tragischen Stücken Shakespeares oft ein heiteres Zwischenspiel eingebaut ist, um die helle wie die dunkle Seite des Daseins zugleich sichtbar zu machen, so in den Komödien ein tragisches Motiv. Die heitere Handlung wird dadurch sowohl gehemmt wie angetrieben, und die Wirbel steigern den dramatischen Impuls. Auch in diesem hellen und scherzhaften Stück mit dem beruhigenden Titel gibt es solche bedrohlichen Situationen, durch die es fast aus dem Gleichgewicht kommt. Das tragische Motiv, die Intrige um Hero, wird so zum Mittelpunkt der Handlung. Und obwohl der Autor alles tut, um früh genug in die Hintergründe des Schurkenstreichs einzuführen, will er doch auch, dass den Zuschauer die Folgen der Intrige mit ihrem ganzen Ernst treffen. Und in der Tat stellt sich der sofort nach der tragischen Szene auf der Seite der Beatrice, die von Benedikt fordert: Töte Claudio!

Das Stück beginnt in der heitersten Situation: Der Prinz von Aragon kehrt mit seinen Edelleuten Claudio und Benedikt aus dem Krieg zurück in das wohlbekannte, gastliche Haus des Gouverneurs Leonato. Die jungen Herren gedenken, es sich hier wohlsein zu lassen. Claudio, ein leicht irritierter Herr, hatte schon ein Auge auf Leonatos Tochter Hero geworfen, ehe er auszog, nun verliebt er sich in sie, der Prinz spielt den Werber und die Hochzeit steht bevor.

Benedikt setzt den witzigen Wortstreit fort mit der ihm völlig gewachsenen bösen Zunge Beatrice, einer Nichte des Leonato. Sie spielen sich als Weiber- und Männerfeinde auf, obwohl dicht unter ihrer Abwehr die Liebesbereitschaft sitzt. Ihre Freunde fördern das schwelende Feuer durch verabredete Gespräche, die von den Opfern belauscht werden, und sogleich schlagen die Flammen empor. So müsste alles gut werden und die Doppelhochzeit unvermeidlich, wäre in der Gesellschaft nicht ein rechter Bühnenintrigant, der aus reiner Lust am Bösen soviel wohlmeinende Leute und so argloses Glück nicht erträgt; es ist der schon von Anfang an verdächtig gemachte Don John (Baudissin nennt ihn Don Juan). So ist es denn einer seiner Leute, Borachio, der ihm zuliebe  einen   Schwindel  ausheckt,  um  das  Glück  zu   stören.  Die Szene, die er nächtlich am Kammerfenster Heros mit dem arglosen Kammermädchen spielt, als empfange Hero in der Nacht vor ihrer Hochzeit einen Liebhaber, erscheint nicht im Stück. Aber Don Pedro und Claudio, die man als Zeugen braucht, werden geschickt darauf vorbereitet, ihre Leichtgläubigkeit und ihr Zorn geweckt. Obwohl schon in der nächsten Szene der Schurkenstreich aufgedeckt wird - Borachios schwatzhafter Bericht wird von den braven Gerichtsdienern belauscht - geht das Unheil seinen Gang.

Claudio beträgt sich nicht wie ein Edelmann und schmäht in der Kirche, vor allen Leuten, als schon ihr Jawort gefallen ist, Hero eine Dirne und stößt sie von sich.

Der Zuschauer ist voll Schreck und Spannung, wie das ausgehen soll, denn er weiß mehr als die handelnden Personen. Noch einmal ist eine kleine Intrige nötig, vom erfahrenen Mönch inszeniert, Hero muss als tot gelten, damit Claudio seine rasche Tat bereut; er geht auf die Sühne ein, die man ihm abfordert, und lässt sich mit einem andern Mädchen trauen, das freilich niemand anders als Hero ist. Nun endlich, nach dem Geständnis des Borachio und der Verhaftung des Intriganten, schüttelt die Komödie das schwarze Motiv ab und gibt den Weg frei zum allgemeinen Glück.                          A. Günther

Viel Lärm um nichts

Die Rollen

Die Ankunft

Die Intrigen

Der Eklat

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