Leonce und Lena
- Die Hochzeit -

König Peter
(J. Geil,
 “Wir feiern die Hochzeit ‘in effigie’!) ratlos:

Der Hofstaat verlegen:
Präsident
B. Geil
Hofmeister
T. Braun
Hofstaat:
P. Bauer
P. Bach
A. Schwitzke
M. Blankem.
I. Blum

Präsident:   Wenn es anders für Eure Majestät möglich wäre, sich zu kompromittieren, so
                  wäre dies ein Fall, worin sie sich komromittieren könnte.
Peter:         Ja, wenn der Prinz nicht kommt und die Prinzessin auch nicht?
Präsident:  Ja, wenn der Prinz nicht kommt und die Prinzessin auch nicht - dann - dann -
Peter:         Dann, dann?
Präsident:  Dann können sie eben nicht heiraten.
Peter:         Halt, ist der Schluss logisch? Wenn - dann. Richtig! Aber mein königliches Wort!
Präsident:   Trösten sich Eure Majestät mit anderen Majestäten. Ein königliches Wort ist
                 ein Ding - ein Ding - ein Ding -, das nichts ist.

Der listige Valerio (Alex Bach) hat Leonce (Boris Becker) und Lena (Daria Stehl) ‘ausgetrickst’, die glaubten - als  “Automaten” ’verkleidet’ - der gesellschaftlichen Bestimmung entkommen zu können. Die Gouvernante (Cordula Weth, links) und König Popo (Joachim Geil, rechts) schauen misstrauisch zum Hofstaat, von dem der Präsident des Staatsrates (Bernhard Geil) am rechten Bildrand zu erkennen ist.

Leonce: Lena?
Lena:     Leonce?
Lena:    O Zufall!
Leonce: O Vorsehung!
Valerio: Ich muss
             lachen. Eure
            Hoheiten sind
        wahrhaftig durch
      Zufall einander
     zugefallen.
Peter: Ich lege
        feierlichst die
    Regierung in deine
   Hände, mein Sohn.
       Kommen Sie, wir
       müssen denken,
      ungestört denken.

Cordula Weth, Daria Stehl, Boris Becker, Alex Bach

Leonce: Aber ich weiß besser, was du willst: wir lassen alle Uhren zerschlagen  alle
             Kalender verbieten, und zählen Stunden und Monden nur nach der Blumenuhr.
             Und dann umstellen wir das Ländchen mit Brennspiegeln, dass es keinen Winter
             mehr gibt und wir uns im Sommer bis Ischia und Capri hinaufdestillieren, das
            ganze Jahr zwischen Rosen und Veilchen, zwischen Orangen und Lorbeer stecken.

Valerio:

...und ich werde Staatsminister,
und es wird ein Dekret erlassen, dass, wer sich Schwielen in die Hände schafft, unter Kuratel gestellt wird;
dass, wer sich krank arbeitet, kriminalistisch strafbar ist;
dass jeder, der sich rühmt, sein Brot im Schweiße seines Angesichtes zu essen,
für verrückt und der menschlichen Gesellschaft für gefährlich erklärt wird; und dann legen wir uns in den Schatten und bitten Gott
um Makkaroni, Melonen und Feigen,
um musikalische Kehlen und klassische Leiber!

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