Kabale und Liebe
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Wenn die Stürmer und Dränger im Gefolge der Ideen Rousseaus für die Freiheit des Individuums kämpften, so verschärfte Schiller diesen Kampf zu einer direkten Anklage gegen die absolute Gewalt der Fürsten, weil er die Macht eines solchen Alleinherrschers in seiner Jugendzeit am eigenen Leibe verspüren musste.

F RIEDRICH VON SCHILLER ist 1759 in Marbach am Neckar geboren. Sein Vater war württembergischer Offizier und Beamter. Der Landesherr, Herzog Karl Eugen, hatte eine „militärische Pflanzschule" gegründet, an der er begabte Landeskinder zu Offizieren und Beamten erziehen ließ. Mit dreizehn Jahren musste Friedrich Schiller in diese Schule eintreten, obwohl er selbst und seine Familie wünschten, daß er Geistlicher werde. - Gegen den Befehl des Herzogs gab es für den Untertan keine Widerrede. Die Zöglinge der „Karlsschule" waren fast jeder Freiheit beraubt; der Herzog zerriss sogar systematisch die Bindung zur Familie, indem er Besuche der Eltern nur selten und erst nach einer Eingabe an ihn selbst erlaubte. Der Zwang der militärischen Zucht wurde Schiller bald unerträglich, denn er besaß einen natürlichen, ungebändigten Freiheitsdrang, der überall mit den Vorschriften in Konflikt geriet.

Schiller trägt seinen Freunden Die Räuber vor (Skizze von Viktor Heideloff

Sogar jede Privatlektüre war den Karlsschülern verboten. Trotzdem lasen Schiller und ein paar Freunde alles, was ihnen in die Hände fiel, vor allem die Werke der Stürmer und Dränger. Im Lesen und bald auch im Dichten fanden sie die Freiheit, die ihnen äußerlich verwehrt war.

So entstand, oft nachts beim Lichte einer eingeschmuggelten Kerze, Schillers erstes großes Drama: Die Räuber. Es ist ein glühendes Bekenntnis für die Freiheit des Individuums und ein bitterer Angriff auf die herrschenden Gesellschaftszustände.

Die Uraufführung des Dramas im Mannheimer Nationaltheater wurde zur größten Sensation der deutschen Theatergeschichte. „Das Theater glich einem Irrenhaus, rollende Augen, geballte Fäuste, heisere Aufschreie im Zuschauerraum. Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Türe. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht."

Die Rebellion gegen eine morsche Welt der Heuchelei und Ungerechtigkeit hatte gewirkt, wie sie beabsichtigt war. Wenig erfreut war der Herzog. Schiller hatte inzwischen sein Medizinstudium auf der Karlsschule abgeschlossen und war schlecht bezahlter Regimentsmedikus im württembergischen Heer geworden. Die Macht des Herzogs unterdrückte ihn auch hier. Er verbot ihm jede schriftstellerische Tätigkeit, soweit es sich nicht um medizinische Fachfragen handelte.

D a floh Schiller 1782 ins „Ausland" nach Mannheim, in der Hoffnung, als Theaterdichter sein Brot verdienen zu können. Es folgten Jahre schwerster Not und drückendster Schulden, nur vorübergehend gelindert durch hilfreiche Freunde. In dem Drama „Kabale und Liebe" rechnete er, kaum verschleiert, mit den Zuständen in Württemberg ab. Später schrieb er das Drama ”Don Carlos”, in dem er in der Gestalt des Marquis Posa einen Mann auf die Bühne stellte, der für die volle politische und religiöse Freiheit des Einzelmenschen in einem despotischen Staate eintritt. Der Marquis Posa geht wie seine Vorgänger, der Kämpfer für die naturgegebene Gerechtigkeit, Karl Moor, und der für das natürliche Recht auf Liebe, Ferdinand, zugrunde an der Gesellschaft, die ihre Vorteile durch die Rebellen gefährdet sieht.

1789, sieben Jahre nach der Flucht aus Stuttgart, erhielt Schiller eine Professur für Geschichte an der Universität Jena. Der weimarische Hof und Goethe hatten sie vermittelt, nachdem Schiller einen Band der Geschichte des Abfalls der Niederlande veröffentlicht hatte. Bis zum Jahre 1794 dichtete er fast keine Zeile mehr. Er widmete sich der Arbeit an einem zweiten geschichtlichen Werk (über den Dreißigjährigen Krieg). Hauptsächlich aber stürzte er sich in das Studium des Philosophen Kant, bei dem ihm eine ganz neue Welt aufging. In diesem Studium überwand er den Sturm und Drang und prägte eine Weltanschauung, die mit der Goethes verwandt war, da beide unabhängig voneinander auf den gleichen Grundlagen aufbauten.

Schiller/Kabale

Rollen

Die Utopie

Die Bedrohung

Die Intrige

Lady Milford

Der Brief

Der Verrat

Die Farce

Das Scheitern

Der Tod

Inhalt

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Presse