Kabale und Liebe
- Die Farce -

Hofmarschall (Ole Sasse rechts) :
      ”Ah guten Morgen, mein Bester!
       Sie verzeihen doch,dass ich so
       spät noch das Vergnügen habe -
       dringende Geschäfte - der
       Küchenzettel - Visitenbillets -
       das Arrangement der Partien
       auf die heutige Schlittenfahrt...”

Präsident (Nicholas Wood)
     “Da haben Sie freilich nicht
      abkommen können...”

Hofmarschall:
      ”...Das ist noch nicht alles. - Ein
       Malheur jagt heute das andere.”

Präsident: 
     ”Ist das möglich?”

Hofmarschall:
      “Hören Sie nur. Ich steige kaum
        aus dem Wagen, so werden die
        Hengste scheu...

...stampfen und schlagen aus...

...dass mir der Gassenkot über und über an die Beinkleider sprützt.

...Was anzufangen?...
Gott, der Gerechte! - Was fällt mir bei?...

...Ich fingiere eine Ohnmacht...”

Präsident:
      ”Dass Lady Milford Majorin von Walter
        wird, ist Ihnen gewiss etwas Neues?”
Hofmarschall:
       “Denken Sie! - Und das ist schon gemacht?”

Präsident:
      ”...dass der Oberschenk von Bock um die
        Lady werben will.”

Hofmarschall:
     “Sie machen mich rasend.
       Wissen Sie denn auch, dass wir
       Todfeinde sind.”
Präsident:
     “Das ist der Mann, der die Milford
       heiraten, und die erste Person am
       Hof sein wird.”
Hofmarschall:
      “Sie stoßen mir ein Messer ins
       Herz.”

Präsident:
     “Alles ist gewonnen, wenn wir
       Ferdinand das Mädchen verdächtig
       machen... dass sie es noch mit einem
       anderen habe.”
Hofmarschall:
      “...Dieser andere?”
Präsident:
      “Müssten Sie sein, Baron.”
Hofmarschall:
      “...Ich sein? - Ist sie von Adel?”
Präsident:
      ”Wozu das? Welcher Einfall! - eines
        Musikanten Tochter.”

Hofmarschall:
      “Bürgerlich also? Das wird nicht
        angehen. Was?”

Hofmarschall:
     ”Was bin ich, wenn mich Seine
       Durchleucht entlassen?”
Präsident:
     “Ein Bonmot von vorgestern.
       Die Mode vom vorigen Jahr.”
Hofmarschall:
     “Ich beschwöre Sie, Teurer! -
       Ich will mir ja alles gefallen lassen.”
Präsident:
     “Und die Rolle des Liebhabers der
       Millerin gegen den Major behaupten?”
Hofmarschall:
     “Mort de ma vie! ich will ihn schon
       waschen!”

Ferdinand:      “Lesen Sie! Lesen Sie!...”
Hofmarschall:  “Verflucht!”

Ferdinand ( Eric Sasse rechts ):
      ”Marschall, dieser Brief muss Ihnen bei der Parade aus der Tasche gefal-
        len sein
(mit boshaftem Lachen) - und ich war zum Glück noch der Finder.”
Hofmarschall (Ole Sasse):
       ”Sie?”
Ferdinand:
      ”Durch den lustigsten Zufall. Machen Sie’s mit der Allmacht aus.”
Hofmarschall:
       ”Sie sehn, wie ich erschrecke, Baron.”

Ferdinand:
    ”Wie sie zittert, die Memme!
      Du solltest Gott danken, Memme,
      dass du zum ersten Mal etwas in
      deinen Hirnkasten kriegst... -
      so knallt’s desto lauter, und das
      ist ja doch wohl das erste Geräusch,
     das du in der Welt machst - Schlag an!” Hofmarschall:
     “Und Sie wollen Ihr kostbares Leben
       so aussetzen, junger hoffnungsvoller
       Mann?”
Ferdinand:
     “Schlag an, sag ich. ich habe nichts
       mehr in dieser Welt zu tun...”
Hofmarschall:
     ”Es ist nichts - ist ja alles nichts. Haben
       Sie nur eine Minute Geduld. Sie sind
       ja betrogen.”
Ferdinand:
      Wie weit kamst du mit ihr? Du bist des
      Todes, oder bekenne!”

Hofmarschall:
    “So hören Sie doch nur - Ihr Vater -
      Ihr eigener leiblicher Vater - “
Ferdinand:
    “Hat seine Tochter an dich
      verkuppelt? Wie weit kamst du
      mit ihr? Ich ermorde dich, oder
      bekenne!
Hofmarschall:
    “Sie rasen. Sie hören nicht. Ich
      sah sie nie. Ich kenne sie nicht.
      Ich weiß gar nichts von ihr.”
Ferdinand:
    “Du sahst sie nie? Weißt gar nichts
      von ihr? - Die Millerin ist verloren
      um deinetwillen, du leugnest sie
      dreimal in einem Atem hinweg? -
      Fort, schlechter Kerl. Für deines-
      gleichen ist kein Pulver erfunden.”

Schiller/Kabale

Rollen

Die Utopie

Die Bedrohung

Die Intrige

Lady Milford

Der Brief

Der Verrat

Die Farce

Das Scheitern

Der Tod

Inhalt

Autor

Dramaturgie

Presse