Kabale und Liebe
- Inhalt -

Ferdinand von Walter, Adeliger und Offizier, liebt ein bürgerliches Mädchen: Luise, die Tochter des Stadtmusikanten Miller, die jenem ebenfalls in tiefer Liebe zugetan ist.
Ferdinands Vater aber ist
Präsident und der mächtigste Mann im Herzogtum. Er will die unstandesgemäße Beziehung unterbinden, denn er hat für seinen Sohn andere, hochgesteckte Ziele. Er betreibt dessen Heirat mit der Mätresse des Herzogs, Lady Milford, um ihm so die politische Karriere zu öffnen und den Fürsten „im Netz seiner Familie"zu halten.

Um seinen Sohn gefügig zu machen, greift der Präsident mit Hilfe seines Sekretärs
Wurm zu Intrige, Gewalt und Hinterlist (= Kabale). Er lässt den Musikus einsperren, um Luise, die ihren Vater liebt, erpressen zu können.
Wurm, der selbst Absichten auf Luise hat, zwingt diese, nach seinem Diktat einen Liebesbrief an den ihr unbekannten Hofmarschall zu schreiben, der Ferdinand in die Hände gespielt wird und ihn davon überzeugt, daß Luise ihn betrügt; ein ihr abgepresster Eid bindet sie, die Machenschaft nicht zu verraten.
In rasender Eifersucht vergiftet Ferdinand die Geliebte und sich selbst. Sterbend offenbart sie ihrem Geliebten, welchem Trug er zum Opfer gefallen ist.

I, 4

Ferdinand:

Luise:

Ferdinand:



Luise:

Ferdinand:





Luise:


Ferdinand:







Luise:




Ferdinand:







Luise:

Ferdinand:

Du bist blaß, Luise?

Es ist nichts! nichts! Du bist ja da. Es ist vorüber!

Und liebt mich meine Luise noch? Mein Herz ist das gestrige, ist's auch das deine noch? Ich fliege nur her, will sehn, ob du heiter bist, und gehn und es auch sein - Du bist's nicht!

Doch, doch, mein Geliebter!

Rede mir Wahrheit! Du bist's nicht! Ich schaue durch deine Seele wie durch das klare Wasser eines Brillanten. Hier wirft sich kein Bläschen auf, das ich nicht merkte- kein Gedanke tritt in dies Angesicht, der mir entwischte. Was hast du? Geschwind! Weiß ich nur diesen Spiegel helle, so läuft keine Wolke über die Welt! Was bekümmert dich?

Ferdinand! Ferdinand! Daß du doch wüßtest, wie schön in dieser Sprache das bürgerliche Mädchen sich ausnimmt -

Was ist das? Mädchen! Höre! Wie kommst du auf das? - Du bist meine Luise! Wer sagt dir, daß du noch etwas sein solltest? Siehst du, Falsche, auf welchem Kaltsinn ich dir begegnen muß. Wärest du ganz nur Liebe für mich, wann hättest du Zeit gehabt, eine Vergleichung zu machen? Wenn ich bei dir bin, zerschmilzt meine Vernunft in einen Blick - in einen Traum von dir, wenn ich weg bin, und du hast noch eine Klugheit neben deiner Liebe? - Schäme dich! Jeder Augenblick, den du an diesen Kummer verlorst, war deinem Jüngling gestohlen.

Du willst mich einschläfern, Ferdinand - willst meine Augen von diesem Abgrund hinweglocken, in den ich ganz gewiß stürzen muß. Ich seh' in die Zukunft - die Stimme des Ruhms - deine Entwürfe - dein Vater - mein Nichts - Ferdinand! Ein Dolch über dir und mir! - Man trennt uns!

Trennt uns! Woher bringst du diese Ahnung, Luise? Trennt uns? - Wer kann den Bund zweier Herzen lösen oder die Töne eines Akkords auseinanderreißen? - Ich bin ein Edelmann - Laß doch sehen, ob mein Adelsbrief älter ist als der Riß zum unendlichen Weltall? oder mein Wappen gültiger als die Handschrift des Himmels in Luisens Augen: dieses Weib ist für diesen Mann!- Ich bin des Präsidenten Sohn. Eben darum. Wer als die Liebe kann mir die Flüche versüßen, die mir der Landeswucher meines Vaters vermachen wird?

O, wie sehr furcht' ich ihn - diesen Vater! -

Ich fürchte nichts - nichts - als die Grenzen deiner Liebe! Laß auch Hindernisse wie Gebirge zwischen uns treten, ich will sie für Treppen nehmen und drüber hin in Luisens Arme fliegen! Die Stürme des widrigen Schicksals sollen meine Empfindungen emporblasen, Gefahren werden meine Luise nur reizender machen. -Also nichts mehr von Furcht, meine Liebe! Ich selbst-ich will über dir wachen wie der Zauberdrach' über unterirdischem Golde -Mir vertraue dich! Du brauchst keinen Engel mehr - Ich will mich zwischen dich und das Schicksal werfen - empfangen für dich jede Wunde - auffassen für dich jeden Tropfen aus dem Becher der Freude - dir ihn bringen in der Schale der Liebe. An diesem Arm soll meine Luise durchs Leben hüpfen; schöner, als er dich von sich ließ, soll der Himmel dich wieder haben und mit Verwunderung eingestehn, daß nur die Liebe die letzte Hand an die Seele legte. -

- Übersicht -

Sz  1. Akt

2. Akt

3. Akt

4. Akt

5. Akt

1 Streit Miller/Frau              5

   Miller, Frau

Lady vertraut sich an       28

    Lady, Sophie

1 Wurms Plan                          53

    Präsident, Wurm,(Kammerdiener)

1War kein Marschall da?     75

   Ferdinand, Kammerdiener

1. Miller will Luise        94
    vom Selbstmord abhalten
    Luise, Miller 

Besuch Wurm                    8

   Miller, Frau, Wurm

Juwelen                             31

    Lady, Sophie,
Kammerdiener

2 Kalb hilft bei Intrige            58

   Präsident, Hofmarschall

2 Ferdin. 1. Monolog, wütend 75
   
Neues Bild von Luise
  
Ferdinand

2 Ferdinand will wissen 101
  
Hat Luise Brief geschrieben?
 
Luise, Miller, Ferdinand

3 Luises 1.Auftr.itt            12
  
Luise schwärmt

  Miller, Frau, Luise

3 Ferd.  bei Lady Milford     34

 
   Lady, Sophie, Ferdinand

3 Brief - Intrige                        63


  Präsident, Wurm

3 Kalb wird zur Rede gestellt 77


   Ferdinand, Hofmarschall

3 Ferd.& Miller allein 105


    Ferdinand, Miller

4 „Du bist blass, Luise“     15
   
Luise sieht Standesunterschied
  
Ferdinand, Luise

4 Miller  in Panik                  42

 Miller, Frau, Luise

4 Luise will nicht fliehen         63

   Luise, Ferdinand

4 2. Monolog: Mordgedanken 80

     Ferdinand

4 Ferd. 3. Monolog       109
  
Gewissen „Das einzige Kind!“
 
Ferdinand

5 Wurm inform. Präsident 17

   Präsident, Wurm, Kammerdiener

5 Fd. bekennt sich zu Luise44

   Miller, Frau, Luise, Ferd.

5 Wo meine Eltern bleiben?66

     Luise

5 „O Mein Vater“                     81
  
Scheinbare Aussöhnung
 
Präsident, Ferdinand

5 Gold                              107

   Ferdinand, Miller

6 Kalbs 1. Auftritt                 21

 Präsident, Kalb, Wurm

6 Präsident bei Millers       47

  Miller(in),Luise, Ferd., Präs.

6 Erpressung: Der Brief       67

 Luise, Wurm

6 Luise kommt                          82

 Lady, Sophie, Kammerdiener

6 Gift                                110

 Ferdinand, Miller, Luise

7 Vater-Sohn-Konflikt       22
 
Vater will Sohn verheiraten

 Präsident, Ferdinand, Wurm

7 Angedrohte Verhaftung  50
  
Abzug  Präsident

  
Miller(in),Luise, Ferd ,Präs

 

7 Streitgespräch Lady - Luise 84

   Lady, Luise

7 Luise stirbt                  112

  Ferdinand, Luise

     

8 Monolog Lady                          90

   Lady

8 Ferdinand stirbt         119

   Ferdin,Präs,Wurm,Miller

     

9 Lady & Kalb                           91

   Lady, Hofmarschall, Sophie,
    Kammerdiener, Bediente

 

Schiller/Kabale

Rollen

Die Utopie

Die Bedrohung

Die Intrige

Lady Milford

Der Brief

Der Verrat

Die Farce

Das Scheitern

Der Tod

Inhalt

Autor

Dramaturgie

Presse